Dienstag, 22. September 2009
Hari Raya im Paradies
Hari Raya ist der Feiertag am Ende des Ramadans. Es ist nicht ganz klar, wann Hari Raya ist, das kann sich durchaus um 1-2 Tage verschieben. Das muslimische Oberkommando guckt sich abends an diesen Tagen den Himmel an, und wenn der Mond nur noch eine schmale Sichel hat, wird über Radio und Fernsehen verkündet, dass alle feiern dürfen. Nicht dass man diesen Zeitpunkt nicht auf die Minute genau berechnen könnte: "They have to be sure", sagte uns der Chalet-Betreiber. Und deshalb wurde aus dem Schnorcheltrip am Sonntag nichts, weshalb wir ihn am Montag nachgeholt haben.
Hari Raya bedeutet: Alles hat geschlossen. Die Tage vor und nach Hari Raya bedeuten: Fast alles hat geschlossen. Zumindest hier auf der Insel. Zudem haben wir noch Nachsaison, was nochmal dazu beiträgt, dass hier eine Hütte nach der anderen schließt.
Ich und Daniela sind hier im Paradies gelandet. Drei Tage. Ich habe meine Armbanduhr hier ausgezogen, obwohl ich sie sonst jede Minute trage. Das gemächliche Inselleben lässt keine Hektik zu. Wenn man keine Uhr hat, auf die man immer schauen könnte, kann man es sogar irgendwie aushalten, bis zu vier Stunden auf sein Essen zu warten.
Doch gehören wir beide nicht zu den typischen Inselbesuchern, die überwiegend aus Europäern und Amerikanern bestehen. Wir haben uns eine Hütte für 45 Ringgit (8 Euro) pro Nacht gebucht, standen frueh auf und haben gemeinsam die Insel erkundet. Dschungelpfade führen von einem Strand zum anderen und teilweise um die Insel herum. Süße kleine Ministrände sind nicht weit entfernt. Das Wasser ist klar und blau, der Dschungel kräftig grün, das Wetter gigantisch und heiß.
Es ist schön hier. Zwei bis drei Tage. Man vergisst die Zeit. Wir sind durch Schwärme bunter Fische geschwommen, haben Riffhaie und Schildkröten gesehen. Leider sind die meisten Korallen um die Insel herum bereits tot. Der Tourismus schlägt mit aller Härte zu. Das einstige Paradies wird zum Vergnügungspark.
Ich liebe es, aus dem Wasser an einen einsamen Strand zu kommen, ein paar Steine zu erklimmen und in die Einsamkeit zu sehen. Obwohl ich weiß, dass hinter der nächsten Bucht wieder Leben herrscht, da wo die aufgetakelten Strandtussis herumlaufen, die teilweise auch nicht davor zurückschrecken, ihre Silikoneinlagen den konservativen Muslimen zu präsentieren, da wo momentan kaum was los ist, wo sich das abendliche Leben auf 2-3 total überfüllte Restaurants konzentriert.
Meine Füße und Haende sind zerschlissen von den scharfen Muscheln auf den Felsen, die ich unbedingt hochkraxeln musste. Sie sind zerbissen von den Moskitos, die hier größer sind als auf dem Festland, aber nicht weniger aggressiv. Ich habe Sonnenbrand am Rücken und an den Beinen, der nur langsam wieder besser wird.
Am Sonntag sind wir an der Küste entlang über einen schmalen Dschungelpfad um die halbe Insel, Perhentian Kecil, herum gewandert. Ich wurde von einer Termite gebissen, deren Kiefer größer war als ihr Kopf. Im Fischerdorf haben wir mit den hiesigen Knickschwanzkatzen geknuddelt und wir haben einen Leguan den Pfad kreuzen sehen, der sicherlich eineinhalb Meter lang war. Leider sind keine Äffchen hier. Doch die zweite Woche hat ja erst begonnen.
Gestern dann der Schnorcheltrip mit Matt, ein paar Amerikanern und ein paar Ostblock-Tussis, die vorher mit ihrem Schminkspiegelchen da saßen und zehn Minuten gebraucht haben, um ihr Gesicht einzucremen. Die an den halben Orten, der Trip dauerte den ganzen Tag, mit ihren riesigen Sonnenbrillen auf dem Boot herumsaßen und sich nur ab und zu ins Wasser trauten. Nicht da wo die Haie waren. Sie hätten ja gefressen werden können.
Matt als obercooler Schnorcheltripbetreiber, meist mit einer Zigarette im Mundwinkel, holte einen armen Clownfisch aus deiner See-Anemone und steckte ihn in seine wassergefüllte Brille, doch er brachte ihn wieder heil zurück. Und er machte obszöne Dinge mit ein paar Seegurken, von denen wir nun immerhin wissen, dass man sie gefahrlos anfassen kann
Gestern Abend, unserem letzten auf der Insel, gingen wir nachts über den Dschungelpfad an den Long Beach, weil in Coral Bay alle Restaurants geschlossen hatten. Nachdem wir zweimal den Strand hoch und runter gelaufen waren, setzten wir uns zu zwei Briten dazu, und warteten. Wir hatten auf der Insel bereits gelernt, auf das Essen zu warten. Bis zu zwei Stunden. Doch hätten wir gewusst, dass wir fast vier Stunden warten müssten, hätten wir uns ein paar Cookies geholt und sie auf der Veranda unseres Chalets gegessen.
Aber es war spannend, nachts mit einer Taschenlampe bewaffnet durch den Dschungel zu wandern, den Pfützen auszuweichen und den Geräuschen der Tiere um uns herum zuzuhören. Wahrscheinlich hätten wir einen Herzinfarkt bekommen, wenn der riesige Leguan nachts um Eins nochmal vor uns über den Weg überquert hätte.
Ich sitze hier auf der Veranda, schreibe diesen Bericht und hoffe, dass ich ihn auf dem Festland hochladen kann. Morgen brechen wir auf in Richtung des Taman Negara, dem letzten großen Dschungel in Malaysia. Wir haben genug relaxt - jetzt beginnt das Abenteuer.
Hari Raya bedeutet: Alles hat geschlossen. Die Tage vor und nach Hari Raya bedeuten: Fast alles hat geschlossen. Zumindest hier auf der Insel. Zudem haben wir noch Nachsaison, was nochmal dazu beiträgt, dass hier eine Hütte nach der anderen schließt.
Ich und Daniela sind hier im Paradies gelandet. Drei Tage. Ich habe meine Armbanduhr hier ausgezogen, obwohl ich sie sonst jede Minute trage. Das gemächliche Inselleben lässt keine Hektik zu. Wenn man keine Uhr hat, auf die man immer schauen könnte, kann man es sogar irgendwie aushalten, bis zu vier Stunden auf sein Essen zu warten.
Doch gehören wir beide nicht zu den typischen Inselbesuchern, die überwiegend aus Europäern und Amerikanern bestehen. Wir haben uns eine Hütte für 45 Ringgit (8 Euro) pro Nacht gebucht, standen frueh auf und haben gemeinsam die Insel erkundet. Dschungelpfade führen von einem Strand zum anderen und teilweise um die Insel herum. Süße kleine Ministrände sind nicht weit entfernt. Das Wasser ist klar und blau, der Dschungel kräftig grün, das Wetter gigantisch und heiß.
Es ist schön hier. Zwei bis drei Tage. Man vergisst die Zeit. Wir sind durch Schwärme bunter Fische geschwommen, haben Riffhaie und Schildkröten gesehen. Leider sind die meisten Korallen um die Insel herum bereits tot. Der Tourismus schlägt mit aller Härte zu. Das einstige Paradies wird zum Vergnügungspark.
Ich liebe es, aus dem Wasser an einen einsamen Strand zu kommen, ein paar Steine zu erklimmen und in die Einsamkeit zu sehen. Obwohl ich weiß, dass hinter der nächsten Bucht wieder Leben herrscht, da wo die aufgetakelten Strandtussis herumlaufen, die teilweise auch nicht davor zurückschrecken, ihre Silikoneinlagen den konservativen Muslimen zu präsentieren, da wo momentan kaum was los ist, wo sich das abendliche Leben auf 2-3 total überfüllte Restaurants konzentriert.
Meine Füße und Haende sind zerschlissen von den scharfen Muscheln auf den Felsen, die ich unbedingt hochkraxeln musste. Sie sind zerbissen von den Moskitos, die hier größer sind als auf dem Festland, aber nicht weniger aggressiv. Ich habe Sonnenbrand am Rücken und an den Beinen, der nur langsam wieder besser wird.
Am Sonntag sind wir an der Küste entlang über einen schmalen Dschungelpfad um die halbe Insel, Perhentian Kecil, herum gewandert. Ich wurde von einer Termite gebissen, deren Kiefer größer war als ihr Kopf. Im Fischerdorf haben wir mit den hiesigen Knickschwanzkatzen geknuddelt und wir haben einen Leguan den Pfad kreuzen sehen, der sicherlich eineinhalb Meter lang war. Leider sind keine Äffchen hier. Doch die zweite Woche hat ja erst begonnen.
Gestern dann der Schnorcheltrip mit Matt, ein paar Amerikanern und ein paar Ostblock-Tussis, die vorher mit ihrem Schminkspiegelchen da saßen und zehn Minuten gebraucht haben, um ihr Gesicht einzucremen. Die an den halben Orten, der Trip dauerte den ganzen Tag, mit ihren riesigen Sonnenbrillen auf dem Boot herumsaßen und sich nur ab und zu ins Wasser trauten. Nicht da wo die Haie waren. Sie hätten ja gefressen werden können.
Matt als obercooler Schnorcheltripbetreiber, meist mit einer Zigarette im Mundwinkel, holte einen armen Clownfisch aus deiner See-Anemone und steckte ihn in seine wassergefüllte Brille, doch er brachte ihn wieder heil zurück. Und er machte obszöne Dinge mit ein paar Seegurken, von denen wir nun immerhin wissen, dass man sie gefahrlos anfassen kann
Gestern Abend, unserem letzten auf der Insel, gingen wir nachts über den Dschungelpfad an den Long Beach, weil in Coral Bay alle Restaurants geschlossen hatten. Nachdem wir zweimal den Strand hoch und runter gelaufen waren, setzten wir uns zu zwei Briten dazu, und warteten. Wir hatten auf der Insel bereits gelernt, auf das Essen zu warten. Bis zu zwei Stunden. Doch hätten wir gewusst, dass wir fast vier Stunden warten müssten, hätten wir uns ein paar Cookies geholt und sie auf der Veranda unseres Chalets gegessen.
Aber es war spannend, nachts mit einer Taschenlampe bewaffnet durch den Dschungel zu wandern, den Pfützen auszuweichen und den Geräuschen der Tiere um uns herum zuzuhören. Wahrscheinlich hätten wir einen Herzinfarkt bekommen, wenn der riesige Leguan nachts um Eins nochmal vor uns über den Weg überquert hätte.
Ich sitze hier auf der Veranda, schreibe diesen Bericht und hoffe, dass ich ihn auf dem Festland hochladen kann. Morgen brechen wir auf in Richtung des Taman Negara, dem letzten großen Dschungel in Malaysia. Wir haben genug relaxt - jetzt beginnt das Abenteuer.
Freitag, 18. September 2009
Knickschwanzkatzen
Ich sitze gerade auf einem einfachen Bett in einem einfachen Zimmer in einer malaysischen Stadt namens Kuala Terenganu. Die Wände weiß, der Boden kahler Beton, über mir dreht ein Ventilator, die scheiß Moskitos suchen nach Blut an meinem verschwitzten Körper, und draußen singt der Iman der örtlichen Moschee seit Stunden seine Liedchen.
Die letzten drei Tage bestanden aus Transport und Rumhängen. Bei der Reise von Singapur nach Malaysia muss man vor der Brücke aus dem Bus steigen, um durch den Zoll zu gehen. Nach der Brücke muss man nochmal mit allem Gepäck aussteigen und in Malaysia wieder einreisen. Dazwischen ist man vermutlich im Niemandsland.
Wenn man aus dem durchgestylten Singapur kommt, wirkt Malaysia wie stehen geblieben in der Zeit. Die Gebäude sind oft alt und zerfallen, die Straßen und Gehsteige holprig und zerklüftet. Der komplette Süden des Landes ist bedeckt von Palmölplantagen, für die der frühere Regenwald vollständig abgeholzt wurde. Malaysia ist weltweit der größte Palmöl-Exporteur, Petronas größter und reichster Konzern der Halbinsel. Auf den hügeligen Straßen überholt der Bus stinkende und verrostete Öl-Laster und muss schon mal bremsen, wenn ein paar Affen die Straße überqueren möchten.
Am Mittwoch fuhr ich nach Mersing an der Ostküste und checkte in Omar's Backpacker Hostel ein. Omar, ca. 50 Jahre alt, dunkel gebrannter Bierbauch, lud mich erstmal auf einen Tee ein, sodass ich gar keine Chance mehr hatte zu verschwinden. Mein Zimmer war ein Bretterverschlag, die Betten notdürftig mit der Sprühdose desinfeziert, was die Bettwanze in der Nacht nicht daran gehindert hat, über meine Hände zu krabbeln. Zunächst war ich geschockt, nach dem vergleichsweise hohen Standard in Singapur, doch mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt. Nur die Hitze nachts macht mir sehr zu schaffen. In der ersten Nacht bei Omar schlief ich überhaupt nicht. Gestern hatte ich deshalb den ganzen Tag Kopfschmerzen. Letzte Nacht in einer Hütte schlief ich immerhin für ein paar Stunden.
Doch zurück zu Mersing. Ich habe vor meiner Reise auf der Website joinmytrip.de eine junge Frau kennen gelernt, die gleichzeitig wie ich in Malaysia war und ebenfalls zwei Wochen reisen wollte. Wir haben zweimal telefoniert, uns ganz gut verstanden, und uns deshalb verabredet, uns am 16. September nachmittags in Mersing am Fährhafen zu treffen.
Das hat auch problemlos geklappt. Daniela ist jung (20), nett und naturverbunden. Tut ganz gut, ab und zu jemandem zum Reden zu haben. Bei einem Bummel durch Mersing konnten wir uns gemeinsam wundern über die malaysischen Katzen, deren Schwanz am hinteren Ende einen Knick aufweist. Manchmal sogar zwei oder drei Knicks. Links rechts links. Bei der ersten dachte ich, sie hätte einen schlimmen Unfall gehabt, weil ihr auch ein Reißzahn fehlte und ihr die Zunge auf der Seite heraus hing.
Die zweite hatte nur einen kurzen Schwanz mit einem kleinen Knick, und ich dachte schon wieder, sie wäre halt auch unter ein Auto gekommen so wie mein armer Merlin. Doch als wir dann noch zig andere sahen und ich etwas darüber las, war uns klar, dass das hier spezielle Rassen sind mit Knicken in den Schwänzen. Leider hat sich nie eine so hingestellt, dass ich den Knick ordentlich dokumentieren konnte.
Mittlerweile sind wir gemeinsam per Bus die Ostküste hoch gereist. Ich denke an Omar, wie er abends nur mit einem Handtuch um seine Hüften durch sein Hostel tanzte und dabei mit den Hüften wackelte. Ich denke an den wackeligen Bus, mit dem wir von Kuantan in das Touristendörfchen Cherating gefahren sind, vorbei an den einfachen und oft zerfallenen Häusern der Landbewohner. Ich denke an die toten Quallen am Strand und an einen verrückten Abend in diesem verschlafenen Nest, das nur aus einer Handvoll Hütten und zig Urlaubsresorts bestand. Und ich denke an die witzige kleine ironische Bedienung, die mir androhte, mich zu erwürgen und in den Fluss zu werfen, wenn ich ihr das nächste Mal nicht gleich sage, dass ich den Kaffee mit Milch und Zucker haben will.
Wir hatten in das Matahari-Resort eingecheckt. Eine Holzhütte für 40 Ringgit, 8 Euro. Nicht mehr viele Backpacker waren in der Gegend. Im Fastenmonat Ramadan sei nie besonders viel los, erst jetzt in diesen Tagen wenn dieser endet, feiern die Malayen und verreisen. Wir bummelten mehrmals die gleiche Straße auf und ab, saßen als einzige Gäste in den Restaurants, gingen abends in eine Karaoke-Bar, in der niemand war außer einer kleinen dicken Malaysierin, die uns wild dazu aufforderte, zu dem malaysischen Tokio-Hotel-Verschnitt zu tanzen und zu singen, die uns packte und mit uns tanzte, sich totlachte als ich malaysisch sang, und die sagte, sie wolle auch so groß und schlank werden wie ich süßer Junge, sie bräuchte nur 5-7 Jahre Zeit dazu.
Sie muss auf Drogen gewesen sein.
Hinterher begaben wir uns noch an das Ende der Straße. Hinter dem Backpacker-Hostel mit dem coolen Namen "Shadow of the moon at half past four" gingen wir in die "Nightshade Bar", in der es nur Alkohol gab, und in der wir dummerweise auch die einzigen Gäste waren. Nur der große Malaye mit der dicken Nase und sein Kumpel waren da, gucken zusammen mit ihren gekauften Frauen Wrestling im TV. Eine der Frauen hatte ein Kleid mit einem "Die Toten Hosten - Bis zum bitteren Ende"-Sticker an, doch sie hatte keine Ahnung, was das
bedeutete.
Wir haben glücklicherweise noch ein Busticket organisieren können, um heute aus diesem Dörfchen weg zu kommen. Haji Raya, das Ende des Ramadans, wird wohl heute und morgen gefeiert. Die meisten Busse sind daher schnell ausgebucht. Nun sind wir in Kuala Terrenganu gelandet, wo wir eine Nacht verbringen, um morgen früh um Sieben mit einem Bus, der für 40 km zweieinhalb Stunden braucht, nach Kuala Besut aufzubrechen, von wo aus wir auf die Perhentian-Inseln übersetzen werden.
Zwei bis drei Tage Paradies erwarten uns da. Weiße Strände, blaues Wasser, Dschungel und hoffentlich viele verschiedene Tierchen zu Wasser und zu Land.
Die Menschen hier sind freundlich. Sie lächeln herzlich zurück, wenn man sie anlacht. Die Jungs auf der Straße rufen "Hello" wenn man an ihnen vorbei geht. Seit ich mit ner Frau unterwegs bin, rufen noch mehr Hallo, zu ihr, nicht zu mir. Kein Wunder, dass ich da abgestempelt bin.
Tagsüber wirken die Straßen in Städten relativ ruhig, vor allem wohl jetzt während des Ramadans. Doch spätabends kommen alle raus, vor allem die jungen Leute, und jagen mit ihren Rollern über die Straßen. Leider ist heute Freitag - ganz Chinatown hatte deshalb geschlossen. Es ist auch nicht so leicht, hier ein Internet-Cafe zu finden, und dann noch eines, in dem ich meine Kamera anschließen kann, um Bilder hochzuladen. Schön daher, dass ich mein Netbook dabei habe (was übrigens recht populär zu sein scheint bei den Backpackern heutzutage). Nun muss ich "nur" noch einen Ort finden, an dem ich ins Internet kann, um diesen Eintrag hochzuladen.
Die letzten drei Tage bestanden aus Transport und Rumhängen. Bei der Reise von Singapur nach Malaysia muss man vor der Brücke aus dem Bus steigen, um durch den Zoll zu gehen. Nach der Brücke muss man nochmal mit allem Gepäck aussteigen und in Malaysia wieder einreisen. Dazwischen ist man vermutlich im Niemandsland.
Wenn man aus dem durchgestylten Singapur kommt, wirkt Malaysia wie stehen geblieben in der Zeit. Die Gebäude sind oft alt und zerfallen, die Straßen und Gehsteige holprig und zerklüftet. Der komplette Süden des Landes ist bedeckt von Palmölplantagen, für die der frühere Regenwald vollständig abgeholzt wurde. Malaysia ist weltweit der größte Palmöl-Exporteur, Petronas größter und reichster Konzern der Halbinsel. Auf den hügeligen Straßen überholt der Bus stinkende und verrostete Öl-Laster und muss schon mal bremsen, wenn ein paar Affen die Straße überqueren möchten.
Am Mittwoch fuhr ich nach Mersing an der Ostküste und checkte in Omar's Backpacker Hostel ein. Omar, ca. 50 Jahre alt, dunkel gebrannter Bierbauch, lud mich erstmal auf einen Tee ein, sodass ich gar keine Chance mehr hatte zu verschwinden. Mein Zimmer war ein Bretterverschlag, die Betten notdürftig mit der Sprühdose desinfeziert, was die Bettwanze in der Nacht nicht daran gehindert hat, über meine Hände zu krabbeln. Zunächst war ich geschockt, nach dem vergleichsweise hohen Standard in Singapur, doch mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt. Nur die Hitze nachts macht mir sehr zu schaffen. In der ersten Nacht bei Omar schlief ich überhaupt nicht. Gestern hatte ich deshalb den ganzen Tag Kopfschmerzen. Letzte Nacht in einer Hütte schlief ich immerhin für ein paar Stunden.
Doch zurück zu Mersing. Ich habe vor meiner Reise auf der Website joinmytrip.de eine junge Frau kennen gelernt, die gleichzeitig wie ich in Malaysia war und ebenfalls zwei Wochen reisen wollte. Wir haben zweimal telefoniert, uns ganz gut verstanden, und uns deshalb verabredet, uns am 16. September nachmittags in Mersing am Fährhafen zu treffen.
Das hat auch problemlos geklappt. Daniela ist jung (20), nett und naturverbunden. Tut ganz gut, ab und zu jemandem zum Reden zu haben. Bei einem Bummel durch Mersing konnten wir uns gemeinsam wundern über die malaysischen Katzen, deren Schwanz am hinteren Ende einen Knick aufweist. Manchmal sogar zwei oder drei Knicks. Links rechts links. Bei der ersten dachte ich, sie hätte einen schlimmen Unfall gehabt, weil ihr auch ein Reißzahn fehlte und ihr die Zunge auf der Seite heraus hing.
Die zweite hatte nur einen kurzen Schwanz mit einem kleinen Knick, und ich dachte schon wieder, sie wäre halt auch unter ein Auto gekommen so wie mein armer Merlin. Doch als wir dann noch zig andere sahen und ich etwas darüber las, war uns klar, dass das hier spezielle Rassen sind mit Knicken in den Schwänzen. Leider hat sich nie eine so hingestellt, dass ich den Knick ordentlich dokumentieren konnte.
Mittlerweile sind wir gemeinsam per Bus die Ostküste hoch gereist. Ich denke an Omar, wie er abends nur mit einem Handtuch um seine Hüften durch sein Hostel tanzte und dabei mit den Hüften wackelte. Ich denke an den wackeligen Bus, mit dem wir von Kuantan in das Touristendörfchen Cherating gefahren sind, vorbei an den einfachen und oft zerfallenen Häusern der Landbewohner. Ich denke an die toten Quallen am Strand und an einen verrückten Abend in diesem verschlafenen Nest, das nur aus einer Handvoll Hütten und zig Urlaubsresorts bestand. Und ich denke an die witzige kleine ironische Bedienung, die mir androhte, mich zu erwürgen und in den Fluss zu werfen, wenn ich ihr das nächste Mal nicht gleich sage, dass ich den Kaffee mit Milch und Zucker haben will.
Wir hatten in das Matahari-Resort eingecheckt. Eine Holzhütte für 40 Ringgit, 8 Euro. Nicht mehr viele Backpacker waren in der Gegend. Im Fastenmonat Ramadan sei nie besonders viel los, erst jetzt in diesen Tagen wenn dieser endet, feiern die Malayen und verreisen. Wir bummelten mehrmals die gleiche Straße auf und ab, saßen als einzige Gäste in den Restaurants, gingen abends in eine Karaoke-Bar, in der niemand war außer einer kleinen dicken Malaysierin, die uns wild dazu aufforderte, zu dem malaysischen Tokio-Hotel-Verschnitt zu tanzen und zu singen, die uns packte und mit uns tanzte, sich totlachte als ich malaysisch sang, und die sagte, sie wolle auch so groß und schlank werden wie ich süßer Junge, sie bräuchte nur 5-7 Jahre Zeit dazu.
Sie muss auf Drogen gewesen sein.
Hinterher begaben wir uns noch an das Ende der Straße. Hinter dem Backpacker-Hostel mit dem coolen Namen "Shadow of the moon at half past four" gingen wir in die "Nightshade Bar", in der es nur Alkohol gab, und in der wir dummerweise auch die einzigen Gäste waren. Nur der große Malaye mit der dicken Nase und sein Kumpel waren da, gucken zusammen mit ihren gekauften Frauen Wrestling im TV. Eine der Frauen hatte ein Kleid mit einem "Die Toten Hosten - Bis zum bitteren Ende"-Sticker an, doch sie hatte keine Ahnung, was das
bedeutete.
Wir haben glücklicherweise noch ein Busticket organisieren können, um heute aus diesem Dörfchen weg zu kommen. Haji Raya, das Ende des Ramadans, wird wohl heute und morgen gefeiert. Die meisten Busse sind daher schnell ausgebucht. Nun sind wir in Kuala Terrenganu gelandet, wo wir eine Nacht verbringen, um morgen früh um Sieben mit einem Bus, der für 40 km zweieinhalb Stunden braucht, nach Kuala Besut aufzubrechen, von wo aus wir auf die Perhentian-Inseln übersetzen werden.
Zwei bis drei Tage Paradies erwarten uns da. Weiße Strände, blaues Wasser, Dschungel und hoffentlich viele verschiedene Tierchen zu Wasser und zu Land.
Die Menschen hier sind freundlich. Sie lächeln herzlich zurück, wenn man sie anlacht. Die Jungs auf der Straße rufen "Hello" wenn man an ihnen vorbei geht. Seit ich mit ner Frau unterwegs bin, rufen noch mehr Hallo, zu ihr, nicht zu mir. Kein Wunder, dass ich da abgestempelt bin.
Tagsüber wirken die Straßen in Städten relativ ruhig, vor allem wohl jetzt während des Ramadans. Doch spätabends kommen alle raus, vor allem die jungen Leute, und jagen mit ihren Rollern über die Straßen. Leider ist heute Freitag - ganz Chinatown hatte deshalb geschlossen. Es ist auch nicht so leicht, hier ein Internet-Cafe zu finden, und dann noch eines, in dem ich meine Kamera anschließen kann, um Bilder hochzuladen. Schön daher, dass ich mein Netbook dabei habe (was übrigens recht populär zu sein scheint bei den Backpackern heutzutage). Nun muss ich "nur" noch einen Ort finden, an dem ich ins Internet kann, um diesen Eintrag hochzuladen.
Dienstag, 15. September 2009
Äffchen!
Heute hab ich eine Riesenameise gesehen. Erinnert ihr euch an die Ameisen-Attacke in "Fluch der Karibik"? Ich hatte gedacht, die Ameisen dort seien hoffnungslos übertrieben, so mit fünf Zentimetern Größe. Doch die Ameise, die heute meinen Weg kreuzte, war ungefähr 3 Zentimeter lang. Ihr Kopf allein schien so groß wie unsere Ameisen insgesamt!
Zum Glück war sie allein. Denn ich war es auch.
Um der Großstadt zu entfliehen (ich bin nun mal doch ein Naturbursche) bin ich heute ins Bukit Tima Naturreservat gefahren. Das ist so eine Art Touristendschungel. Ein paar Quadratkilometer Regenwald, die noch nie abgeholzt wurden. Durchzogen von vielen gut begehbaren Pfaden.
Die Alternative für heute wäre der Zoo gewesen. Angeblich eine der Must-See-Attraktionen von Singapur. Der Zoo soll riesig sein und den Tieren viel natürlichen Lebensraum bieten. Abends, wenn die meisten Tierchen ausgeschlafen sind, gibts eine Nachtsafari in einem komplett getrennten Teil. Ich habs mir überlegt, aber mich doch dagegen entschieden. Freiheit im Zoo hin oder her:
Ich bevorzuge die Natürlichkeit. Auch wenn ich dann weniger Viecher sehe. Bukit Tima war deshalb ein guter Vorgeschmack auf die Welt des "echten" Dschungels, den ich vermutlich nächste Woche erreichen werde.
Als ich nach fast zwei Stunden Transport mit U-Bahn, Bus und schmerzenden Füßen im Reservat ankam, bemerkte ich, dass ich mein neues Seidenhemd nicht hätte anziehen sollen. Seide klebt am Körper, wenn sie nass wird. Sie trocknet zwar etwas schneller als Baumwolle, aber trotzdem ist sie nicht so gut geeignet für schweißtreibende Outdoor-Touren. Werd ich mir merken und das nächste Mal wieder meine Funktionsshirts anziehen.
Die Pfade durch den Wald waren sehr unterschiedlich angelegt. Von einem Meter platt gelatschter Breite bis hin zu schwer begehbaren und ziemlich steilen Abschnitten, auf denen man nur mit ordentlichem Körpereinsatz vorankam. Extrem vorteilhaft war, dass ich die meiste Zeit alleine war. Es konnten schon mal 20 Minuten vergehen, bis der nächste Besucher kam. Meist von weitem hörbare schnatternde und schnaufende Trampeltiere, von denen manche dort offenbar Ausdauertraining machten anstatt sich die Natur anzusehen. Klar, dass da jedes Tier Reißaus nahm.
Doch ich hatte ja Zeit. Also bewegte ich mich so leise wie möglich und blieb immer wieder eine Weile stehen, weil ich hoffte, dass die Tierchen dann rauskommen würden.
Taten sie die meiste Zeit über leider nicht. Klar, tagsüber pennen ja auch die meisten. Bei der Hitze kein Wunder. Ich jedenfalls war schon nach wenigen Minuten durchgeschwitzt und triefte aus allen Poren.
Jedoch hatte ich Glück. Gleich das erste was ich sah war ein riesiger Leguan, der direkt neben dem Weg lag und schnell abhaute, als ich mich ihm näherte. Aber er war nicht schneller als meine Kamera!
Irgendwann, als ich schon enttäuscht war, weil ich gerade mal ein Eichhörnchen und ein paar Schmetterlinge gesehen hatte, tauchte vor mir eine Affenfamilie auf, die sofort kreischend in alle Richtungen flüchtete. Aber da ich ja ein Affenfreund bin, hab ich mich auf einen Baumstamm gesetzt und gewartet. Und dann kamen sie wieder raus, begutachteten mich skeptisch, ließen sich aber nicht weiter stören. Affenfrauen mit ihren Kindern, die sich an deren Bäuchen festkrallten. Affenmänner, die sich an ihren besten Stellen kratzten. Affenkinder, die beim Fliegen durch die Baumwipfel gerne mal abstürzten. Affenopas, die ihre Familie bewachten und faul herum lagen. Es war das erste Mal, dass ich Affen in ihrem natürlichen Lebensraum sah. Sie waren soooo süß!
Als ich mich ausgiebigst von den Äffchen verabschiedet hatte, sah ich leider keine Tiere mehr. Eine Schlange aus den Augenwinkeln. Ein paar Insekten. Klar. Nochmal eine Riesenameise, aber die Kind-Variante (nur 2 cm). Ich war rund 3 Stunden auf diesen Dschungelpfaden unterwegs. Es war toll. Ich war allein. Irgendwie abenteuerlich. Wenn der Pfad nicht gewesen wäre, hätte ich mich wie Indiana Jones gefühlt.
Um 15 Uhr aß ich zu Mittag. Ich habe verrückte 13 Dollar für ein chinesisches Hühnchen nach Sechuan-Art bezahlt, wo ich von jedem Stückchen noch den Knochen wegknibbeln musste. Wäh. Das erste Mal, dass ich mit dem Essen hier nicht zufrieden war.
Für den Rückweg hab ich wieder fast zwei Stunden gebraucht. Der Verkehr hier ist einfach zu krass. Auf der anderen Seite der Straße (man braucht schon mal 10 Minuten, bis man auf der anderen Seite ist) liegt die Bushaltestelle nicht auf gleicher Höhe, sondern schon mal ein paar Hundert Meter entfernt. Und da meine Füße so beansprucht wurden, werde ich sie nun erst einmal schonen, denn ich brauche sie ja noch.
Mit der Hitze komme ich mittlerweile gut klar. Am heftigsten spürt man sie, wenn man die Extreme wechselt: Wenn ich morgens aus meinem klimatisierten Zimmer in den Gang gehe. Wenn ich ein Shoppingcenter, den Bus oder die U-Bahn betrete. Und umgekehrt. 30 Grad. 20 Grad. 30 Grad. 20 Grad. Zuerst rennt man gegen eine heiße Wand, gewöhnt sich aber nach 5 Minuten daran. Umgekehrt beginnt man zu frieren, doch ist man nach kurzer Zeit froh darüber, dass das Hemd wieder trocknen kann.
Doch jetzt hab ich ein Rätsel für meine Leser: Wer herausfindet, was das für ein seltsames Tier ist, das sich direkt vor mir von einem Baum auf den Bürgersteig abgeseilt hat, bekommt einen Preis
So, heut Abend fahr ich noch etwas in die Stadt und esse was ordentliches. Morgen gehts dann endlich nach Malaysia. Ich habe eine Verabredung mit einer mir noch (fast) unbekannten jungen Frau an einem mir (noch) unbekannten Ort zu einer mir (noch) unbekannten Zeit. Das Leben muss ja spannend bleiben
Zum Glück war sie allein. Denn ich war es auch.
Um der Großstadt zu entfliehen (ich bin nun mal doch ein Naturbursche) bin ich heute ins Bukit Tima Naturreservat gefahren. Das ist so eine Art Touristendschungel. Ein paar Quadratkilometer Regenwald, die noch nie abgeholzt wurden. Durchzogen von vielen gut begehbaren Pfaden.
Die Alternative für heute wäre der Zoo gewesen. Angeblich eine der Must-See-Attraktionen von Singapur. Der Zoo soll riesig sein und den Tieren viel natürlichen Lebensraum bieten. Abends, wenn die meisten Tierchen ausgeschlafen sind, gibts eine Nachtsafari in einem komplett getrennten Teil. Ich habs mir überlegt, aber mich doch dagegen entschieden. Freiheit im Zoo hin oder her:
Ich bevorzuge die Natürlichkeit. Auch wenn ich dann weniger Viecher sehe. Bukit Tima war deshalb ein guter Vorgeschmack auf die Welt des "echten" Dschungels, den ich vermutlich nächste Woche erreichen werde.
Als ich nach fast zwei Stunden Transport mit U-Bahn, Bus und schmerzenden Füßen im Reservat ankam, bemerkte ich, dass ich mein neues Seidenhemd nicht hätte anziehen sollen. Seide klebt am Körper, wenn sie nass wird. Sie trocknet zwar etwas schneller als Baumwolle, aber trotzdem ist sie nicht so gut geeignet für schweißtreibende Outdoor-Touren. Werd ich mir merken und das nächste Mal wieder meine Funktionsshirts anziehen.
Die Pfade durch den Wald waren sehr unterschiedlich angelegt. Von einem Meter platt gelatschter Breite bis hin zu schwer begehbaren und ziemlich steilen Abschnitten, auf denen man nur mit ordentlichem Körpereinsatz vorankam. Extrem vorteilhaft war, dass ich die meiste Zeit alleine war. Es konnten schon mal 20 Minuten vergehen, bis der nächste Besucher kam. Meist von weitem hörbare schnatternde und schnaufende Trampeltiere, von denen manche dort offenbar Ausdauertraining machten anstatt sich die Natur anzusehen. Klar, dass da jedes Tier Reißaus nahm.
Doch ich hatte ja Zeit. Also bewegte ich mich so leise wie möglich und blieb immer wieder eine Weile stehen, weil ich hoffte, dass die Tierchen dann rauskommen würden.
Taten sie die meiste Zeit über leider nicht. Klar, tagsüber pennen ja auch die meisten. Bei der Hitze kein Wunder. Ich jedenfalls war schon nach wenigen Minuten durchgeschwitzt und triefte aus allen Poren.
Jedoch hatte ich Glück. Gleich das erste was ich sah war ein riesiger Leguan, der direkt neben dem Weg lag und schnell abhaute, als ich mich ihm näherte. Aber er war nicht schneller als meine Kamera!
Irgendwann, als ich schon enttäuscht war, weil ich gerade mal ein Eichhörnchen und ein paar Schmetterlinge gesehen hatte, tauchte vor mir eine Affenfamilie auf, die sofort kreischend in alle Richtungen flüchtete. Aber da ich ja ein Affenfreund bin, hab ich mich auf einen Baumstamm gesetzt und gewartet. Und dann kamen sie wieder raus, begutachteten mich skeptisch, ließen sich aber nicht weiter stören. Affenfrauen mit ihren Kindern, die sich an deren Bäuchen festkrallten. Affenmänner, die sich an ihren besten Stellen kratzten. Affenkinder, die beim Fliegen durch die Baumwipfel gerne mal abstürzten. Affenopas, die ihre Familie bewachten und faul herum lagen. Es war das erste Mal, dass ich Affen in ihrem natürlichen Lebensraum sah. Sie waren soooo süß!
Als ich mich ausgiebigst von den Äffchen verabschiedet hatte, sah ich leider keine Tiere mehr. Eine Schlange aus den Augenwinkeln. Ein paar Insekten. Klar. Nochmal eine Riesenameise, aber die Kind-Variante (nur 2 cm). Ich war rund 3 Stunden auf diesen Dschungelpfaden unterwegs. Es war toll. Ich war allein. Irgendwie abenteuerlich. Wenn der Pfad nicht gewesen wäre, hätte ich mich wie Indiana Jones gefühlt.
Um 15 Uhr aß ich zu Mittag. Ich habe verrückte 13 Dollar für ein chinesisches Hühnchen nach Sechuan-Art bezahlt, wo ich von jedem Stückchen noch den Knochen wegknibbeln musste. Wäh. Das erste Mal, dass ich mit dem Essen hier nicht zufrieden war.
Für den Rückweg hab ich wieder fast zwei Stunden gebraucht. Der Verkehr hier ist einfach zu krass. Auf der anderen Seite der Straße (man braucht schon mal 10 Minuten, bis man auf der anderen Seite ist) liegt die Bushaltestelle nicht auf gleicher Höhe, sondern schon mal ein paar Hundert Meter entfernt. Und da meine Füße so beansprucht wurden, werde ich sie nun erst einmal schonen, denn ich brauche sie ja noch.
Mit der Hitze komme ich mittlerweile gut klar. Am heftigsten spürt man sie, wenn man die Extreme wechselt: Wenn ich morgens aus meinem klimatisierten Zimmer in den Gang gehe. Wenn ich ein Shoppingcenter, den Bus oder die U-Bahn betrete. Und umgekehrt. 30 Grad. 20 Grad. 30 Grad. 20 Grad. Zuerst rennt man gegen eine heiße Wand, gewöhnt sich aber nach 5 Minuten daran. Umgekehrt beginnt man zu frieren, doch ist man nach kurzer Zeit froh darüber, dass das Hemd wieder trocknen kann.
Doch jetzt hab ich ein Rätsel für meine Leser: Wer herausfindet, was das für ein seltsames Tier ist, das sich direkt vor mir von einem Baum auf den Bürgersteig abgeseilt hat, bekommt einen Preis
So, heut Abend fahr ich noch etwas in die Stadt und esse was ordentliches. Morgen gehts dann endlich nach Malaysia. Ich habe eine Verabredung mit einer mir noch (fast) unbekannten jungen Frau an einem mir (noch) unbekannten Ort zu einer mir (noch) unbekannten Zeit. Das Leben muss ja spannend bleiben
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