Freitag, 25. September 2009
Blutegel!
Ein Teil meiner Wunden ist verheilt, neue sind hinzu gekommen. Jedes Loch an meinen Beinen und jede Schürfwunde an meinen Händen verbinde ich mit einem kleinen Erlebnis: Steine hochklettern, Höhlen erforschen, Blutegel sättigen. Die Wunden haben sich gelohnt. Ich bin erschöpft, aber glücklich. Ich habe einige Dinge getan und gesehen, die ich noch nie getan oder gesehen habe.
Am Dienstag sind wir von den Inseln in Richtung der Stadt Kota Bahru ganz im Norden an der thailändischen Grenze aufgebrochen. Nicht nur wir gingen diesen Weg. Andere Backpacker, darunter überraschend viele Deutsche, saßen an der Busstation herum und warteten. Niemand hatte eine Ahnung, wann der Bus kommen würde. Der Taxifahrer, der uns für 50 Ringgit fahren wollte, wurde von einem weitgereisten jungen Franzosen vertrieben, weil der ihn auf 40 Ringgit runterhandeln wollte. Obwohl der Unterschied zwischen 40 und 50 Ringgit nur 2 Euro beträgt, weigerten sich die meisten Backpacker, dies in Kauf zu nehmen und warteten lieber stundenlang auf den Bus. Nach dem ganzen Hickhack fanden wir keinen Fahrer mehr, der die 50 akzeptierte und nahmen schließlich zu viert ein Taxi für 60. Ein junger Russe auf Geschäftsreise, der sich über die einfachen Unterkünfte auf Pulau Perhentian beschwerte und eine Deutsche, die ein Urlaubssemester in Malaysia und Indonesien verbrachte.
Am nächsten Tag bestiegen wir den Dschungelzug, der uns direkt in den Taman Negara, den größten Nationalpark Malaysias und einer der ältesten Regenwälder dieser Erde bringen würde. Wir mussten um halb Fünf aufstehen, um den Zug zu erwischen, der um 6:30 Uhr in einem 10 km entfernten und nur per Taxi erreichbaren Ort startete. Außer einer Britin, die mit zwei chinesischen Studentinnen reiste, waren wir die einzigen „Wessis“ in dem Zug.
Entsprechend atmosphärisch war die siebenstündige Reise. Der Bummelzug hielt an ungefähr 30 Stationen, das meiste davon kleine Dörfchen in und um den Dschungel. Verkommene Hütten mit Wellblechdächern, herum liegender Müll, dazwischen etwas ganz Neues oder schon lange halb fertiges. Man hat hier oft den Eindruck, dass die Leute hier nicht sonderlich stark daran interessiert sind, schön zu wohnen. Man baut sich ne Hütte, wohnt darin bis sie zusammen fällt, und dann baut man sich eine neue.
Auf der langen Fahrt standen wir eine Weile an den offenen Türen herum und sahen zu, wie der Urwald an uns vorbei fegte, wurden von großen Kinderaugen interessiert beobachtet und waren froh, nur einmal auf die Toilette gehen zu müssen. Zerschlissene Sitze, heulende Kinder, viele spannend aussehende Menschen, Urwald, Felsen, Felder, weidende Tiere. Die Zeit verging schneller als ich erwartet hatte.
Von der Endstation in Kuala Lipis besorgten wir uns über einen schwerfälligen dickbäuchigen Touristeninformations-Menschen ein Taxi nach Kuala Tembeling und bestiegen dort mit zig anderen Wessis ein Holzboot nach Kuala Tahan, mitten in Taman Negara.
Die Bootsfahrt über den Fluss dauerte knapp 3 Stunden. Wir sahen Bäume, Bäume, Bäume, ab und zu kleine Grasstrände, eine trinkende Büffelherde, Bäume, Bäume, und noch mehr schöne Bäume.
Nach dieser anstrengenden Reise, bei der alles überraschend perfekt funktioniert hatte, wollten wir so schnell wie möglich eine Unterkunft finden. Dennoch irrten wir zwei Stunden lang mit unseren schweren Rucksäcken durch den unübersichtlich angelegten Ort. Das erste Hostel war schön gelegen, hatte aber nur winzige Holzhütten mit Bodentoiletten anzubieten. Das zweite in unserer Preisklasse hatte wegen Aidilfitri (die Tage nach Hari Raya) geschlossen. Das dritte war ausgebucht. Und das vierte war wegen eines Wespennestes geschlossen. Letztlich waren wir so verzweifelt, dass wir uns schworen, die erste Unterkunft zu nehmen, die wir finden konnten. Nun übernachten wir in einem Dorm in einem kleinen Gasthaus mit 3 Doppelbetten auf rund 8 Quadratmetern. Wir hatten Glück: Auch heute am dritten Tag schaffte es der Betreiber nicht, die restlichen Betten zu vermieten. Gut. Was schlafen angeht, bin ich empfindlich.
Schön, dass es hier eine Klimaanlage gibt. Nicht schlecht für 10 Ringgit pro Nacht. Zwar quaken hier nachts Riesenfrösche, deren Mööööp-Laute so laut sind wie das Muhen von Kühen, ab und zu kracht es und ein paar Hühner fallen vom Dach, morgens um Fünf wird man von den Hahnenschreien geweckt, die Betten quietschen, die Matratzen sind so durchgelegen, dass man mit dem Hintern in einer tiefen Kuhle liegt, aber ich kann schlafen. Was kaum verwundert, wenn man den ganzen Tag durch den Dschungel wandert.
Und das ist hier wirklich genial. Gestern gingen wir um etwa 10 Uhr los und blieben rund sechs Stunden im Dschungel. Die Wege sind extrem unterschiedlich. Mal so gut ausgebaut und mit Metallplanken befestigt, dass auch achtzigjährige darauf gehen können, mal so winzig und unscheinbar, dass sie sich kaum mehr vom restlichen Wald unterscheiden, und ab und zu so schwierig, dass man sich nur mittels Seilen einen Hang hinaufziehen kann. Wir wanderten manchmal über eine Stunde lang, ohne einen einzigen Menschen zu sehen. Manchmal war der Weg von einem umgestürzten Baum versperrt und wir mussten uns einen Weg außen herum suchen.
Was waren wir erschöpft, als wir den ersten Hügel mit 530 Metern erklommen hatten, und wie glücklich waren wir über den Ausblick auf den riesigen Regenwald, der sich uns auf dem zweiten Hügel bot. Waehrend Daniela keine Schweissdruesen zu haben schien und auch nach stundenlangem Laufen noch trockene Kleidung hatte, schwitzte ich aus allen Poren und war spaetestens nach einer halben Stunde durchgeschwitzt.
Als es Abend wurde und uns der Pfad nach Norden statt nach Süden führte, wurde uns etwas mulmig, doch schon bald vernahmen wir den Sänger der Moschee, der zum Abendgebet rief, und hörten laute Stimmen aus der Nähe. Nach einigen Metern erreichten wir einen Nebenfluss, an dem eine Schulklasse badete. Schon nach kurzer Zeit huepfte Daniela ins braune Wasser und ich ging nach einigen Minuten (sie musste mich mehrmals auffordern) hinterher. Sehr erfrischend! Ich will nur nicht wissen, was mir da alles um die Fuesse herum geschwommen ist.
Den ersten Blutegel meines Lebens sah ich an einer Weggabelung an meinem Hosenbein hochkrabbeln. Ein winziges Röhrchen mit Saugnäpfen an jedem Ende, das sich jeweils mit einem Ende festsaugte, dann mit dem anderen Rüssel nach einer guten Richtung fummelte und sich schließlich mit diesem festsaugte.
Nach einer Weile quiekte Daniela und wir bemerkten schnell, dass wir keine andere Wahl hatten, als uns mit den Tierchen zu arrangieren. Da es nachts meist regnet und der Waldboden feucht ist, torkeln tausende Blutegel herum und suchen mit ihren Rüsselchen nach einer Mitnahmemöglichkeit. Etwa jede halbe Stunde untersuchten wir unsere Beine und entfernten die Egel so gut es ging, was nicht immer leicht war, da deren Saugnäpfe extrem gut hafteten.
Und natürlich schafften wir es nicht, alle zu fangen, bevor sie sich festbeißen konnten. Daniela war das erste Opfer. Ein großer Blutfleck an ihrer Hose zeigte deutlich, dass sich einer an ihrem Blut vollgesaugt hatte und dann einfach abfiel. Eklige, aber irgendwie spannende Tiere. Nicht schädlich, auch nicht schmerzhaft. Wo wir gestern noch geschockt waren, so routiniert gingen wir heute damit um. Den einen Egel, der sich bereits festgebissen hatte, ließ ich einfach hängen, bis er von selbst abfiel. Lecker.
Heute morgen standen wir bereits um Sieben auf und erreichten nach gut zwei Stunden eine kleine Höhle. Wir hatten uns entschieden, keine Tour zu buchen und alles auf eigene Faust zu unternehmen. Zwar lernten wir so nicht die ganzen lustigen Dinge über den Dschungel, aber wir konnten unser eigenes Tempo fahren und mussten uns niemandem anpassen.
Der Eingang der Höhle war eng, und in der Höhle war es noch enger. Wir quetschten uns in die Dunkelheit, krochen an dem Seil entlang, das uns als einzige Orientierung diente, und kamen in einer dunklen Höhle an, in der hunderte Fledermäuse an den Wänden hingen und wild durch die Gegend flatterten. Dann ging meine Taschenlampe kaputt und wir mussten uns mit Danielas Funzel (die immer mal wieder schlapp machte) begnügen. Dort unten war sie mutiger als ich. Ich wollte umdrehen, weil ich keine Lust hatte, in völliger Dunkelheit mit tausend Fledermäusen in einer engen Höhle festzuhängen. Doch Daniela kroch mutig durch den engen Gang unter den Tierchen hindurch und quetschte sich durch eine nur zwanzig Zentimeter hohe Spalte. Gut, dass wir beide so schlank waren!
Einmal rutschte ich auf den glitschigen Steinen aus und schürfte meine Hand auf, aber bald waren wir draußen, kletterten ein paar Steine hoch und fanden uns mitten im Dschungel wieder, wo nirgends ein deutlicher Weg zu sehen war. Nach einigen Minuten fanden wir jedoch einen winzigen, nirgends ausgeschilderten Pfad und konnten so dieses kleine, spannende Abenteuer beenden.
Die wenigen Tiere, die wir sahen, beschränkten sich auf Ameisen, Termiten, zwanzig Zentimeter lange Tausendfüßler, Hunderftuessler die sich zu ner Murmel zusammenrollen koennen, ab und zu einen Leguan oder Gecko, Vögel, Raupen und ganz selten mal Äffchen. Dennoch machte uns das Trekking hier extremen Spaß. Einfach genial.
Und nun hoffen wir, dass wir in diesen „Floating Restaurants“ am Fluss irgendwo was zu essen kriegen. Die meisten haben nämlich geschlossen. Aidilfitri eben.
Am Dienstag sind wir von den Inseln in Richtung der Stadt Kota Bahru ganz im Norden an der thailändischen Grenze aufgebrochen. Nicht nur wir gingen diesen Weg. Andere Backpacker, darunter überraschend viele Deutsche, saßen an der Busstation herum und warteten. Niemand hatte eine Ahnung, wann der Bus kommen würde. Der Taxifahrer, der uns für 50 Ringgit fahren wollte, wurde von einem weitgereisten jungen Franzosen vertrieben, weil der ihn auf 40 Ringgit runterhandeln wollte. Obwohl der Unterschied zwischen 40 und 50 Ringgit nur 2 Euro beträgt, weigerten sich die meisten Backpacker, dies in Kauf zu nehmen und warteten lieber stundenlang auf den Bus. Nach dem ganzen Hickhack fanden wir keinen Fahrer mehr, der die 50 akzeptierte und nahmen schließlich zu viert ein Taxi für 60. Ein junger Russe auf Geschäftsreise, der sich über die einfachen Unterkünfte auf Pulau Perhentian beschwerte und eine Deutsche, die ein Urlaubssemester in Malaysia und Indonesien verbrachte.
Am nächsten Tag bestiegen wir den Dschungelzug, der uns direkt in den Taman Negara, den größten Nationalpark Malaysias und einer der ältesten Regenwälder dieser Erde bringen würde. Wir mussten um halb Fünf aufstehen, um den Zug zu erwischen, der um 6:30 Uhr in einem 10 km entfernten und nur per Taxi erreichbaren Ort startete. Außer einer Britin, die mit zwei chinesischen Studentinnen reiste, waren wir die einzigen „Wessis“ in dem Zug.
Entsprechend atmosphärisch war die siebenstündige Reise. Der Bummelzug hielt an ungefähr 30 Stationen, das meiste davon kleine Dörfchen in und um den Dschungel. Verkommene Hütten mit Wellblechdächern, herum liegender Müll, dazwischen etwas ganz Neues oder schon lange halb fertiges. Man hat hier oft den Eindruck, dass die Leute hier nicht sonderlich stark daran interessiert sind, schön zu wohnen. Man baut sich ne Hütte, wohnt darin bis sie zusammen fällt, und dann baut man sich eine neue.
Auf der langen Fahrt standen wir eine Weile an den offenen Türen herum und sahen zu, wie der Urwald an uns vorbei fegte, wurden von großen Kinderaugen interessiert beobachtet und waren froh, nur einmal auf die Toilette gehen zu müssen. Zerschlissene Sitze, heulende Kinder, viele spannend aussehende Menschen, Urwald, Felsen, Felder, weidende Tiere. Die Zeit verging schneller als ich erwartet hatte.
Von der Endstation in Kuala Lipis besorgten wir uns über einen schwerfälligen dickbäuchigen Touristeninformations-Menschen ein Taxi nach Kuala Tembeling und bestiegen dort mit zig anderen Wessis ein Holzboot nach Kuala Tahan, mitten in Taman Negara.
Die Bootsfahrt über den Fluss dauerte knapp 3 Stunden. Wir sahen Bäume, Bäume, Bäume, ab und zu kleine Grasstrände, eine trinkende Büffelherde, Bäume, Bäume, und noch mehr schöne Bäume.
Nach dieser anstrengenden Reise, bei der alles überraschend perfekt funktioniert hatte, wollten wir so schnell wie möglich eine Unterkunft finden. Dennoch irrten wir zwei Stunden lang mit unseren schweren Rucksäcken durch den unübersichtlich angelegten Ort. Das erste Hostel war schön gelegen, hatte aber nur winzige Holzhütten mit Bodentoiletten anzubieten. Das zweite in unserer Preisklasse hatte wegen Aidilfitri (die Tage nach Hari Raya) geschlossen. Das dritte war ausgebucht. Und das vierte war wegen eines Wespennestes geschlossen. Letztlich waren wir so verzweifelt, dass wir uns schworen, die erste Unterkunft zu nehmen, die wir finden konnten. Nun übernachten wir in einem Dorm in einem kleinen Gasthaus mit 3 Doppelbetten auf rund 8 Quadratmetern. Wir hatten Glück: Auch heute am dritten Tag schaffte es der Betreiber nicht, die restlichen Betten zu vermieten. Gut. Was schlafen angeht, bin ich empfindlich.
Schön, dass es hier eine Klimaanlage gibt. Nicht schlecht für 10 Ringgit pro Nacht. Zwar quaken hier nachts Riesenfrösche, deren Mööööp-Laute so laut sind wie das Muhen von Kühen, ab und zu kracht es und ein paar Hühner fallen vom Dach, morgens um Fünf wird man von den Hahnenschreien geweckt, die Betten quietschen, die Matratzen sind so durchgelegen, dass man mit dem Hintern in einer tiefen Kuhle liegt, aber ich kann schlafen. Was kaum verwundert, wenn man den ganzen Tag durch den Dschungel wandert.
Und das ist hier wirklich genial. Gestern gingen wir um etwa 10 Uhr los und blieben rund sechs Stunden im Dschungel. Die Wege sind extrem unterschiedlich. Mal so gut ausgebaut und mit Metallplanken befestigt, dass auch achtzigjährige darauf gehen können, mal so winzig und unscheinbar, dass sie sich kaum mehr vom restlichen Wald unterscheiden, und ab und zu so schwierig, dass man sich nur mittels Seilen einen Hang hinaufziehen kann. Wir wanderten manchmal über eine Stunde lang, ohne einen einzigen Menschen zu sehen. Manchmal war der Weg von einem umgestürzten Baum versperrt und wir mussten uns einen Weg außen herum suchen.
Was waren wir erschöpft, als wir den ersten Hügel mit 530 Metern erklommen hatten, und wie glücklich waren wir über den Ausblick auf den riesigen Regenwald, der sich uns auf dem zweiten Hügel bot. Waehrend Daniela keine Schweissdruesen zu haben schien und auch nach stundenlangem Laufen noch trockene Kleidung hatte, schwitzte ich aus allen Poren und war spaetestens nach einer halben Stunde durchgeschwitzt.
Als es Abend wurde und uns der Pfad nach Norden statt nach Süden führte, wurde uns etwas mulmig, doch schon bald vernahmen wir den Sänger der Moschee, der zum Abendgebet rief, und hörten laute Stimmen aus der Nähe. Nach einigen Metern erreichten wir einen Nebenfluss, an dem eine Schulklasse badete. Schon nach kurzer Zeit huepfte Daniela ins braune Wasser und ich ging nach einigen Minuten (sie musste mich mehrmals auffordern) hinterher. Sehr erfrischend! Ich will nur nicht wissen, was mir da alles um die Fuesse herum geschwommen ist.
Den ersten Blutegel meines Lebens sah ich an einer Weggabelung an meinem Hosenbein hochkrabbeln. Ein winziges Röhrchen mit Saugnäpfen an jedem Ende, das sich jeweils mit einem Ende festsaugte, dann mit dem anderen Rüssel nach einer guten Richtung fummelte und sich schließlich mit diesem festsaugte.
Nach einer Weile quiekte Daniela und wir bemerkten schnell, dass wir keine andere Wahl hatten, als uns mit den Tierchen zu arrangieren. Da es nachts meist regnet und der Waldboden feucht ist, torkeln tausende Blutegel herum und suchen mit ihren Rüsselchen nach einer Mitnahmemöglichkeit. Etwa jede halbe Stunde untersuchten wir unsere Beine und entfernten die Egel so gut es ging, was nicht immer leicht war, da deren Saugnäpfe extrem gut hafteten.
Und natürlich schafften wir es nicht, alle zu fangen, bevor sie sich festbeißen konnten. Daniela war das erste Opfer. Ein großer Blutfleck an ihrer Hose zeigte deutlich, dass sich einer an ihrem Blut vollgesaugt hatte und dann einfach abfiel. Eklige, aber irgendwie spannende Tiere. Nicht schädlich, auch nicht schmerzhaft. Wo wir gestern noch geschockt waren, so routiniert gingen wir heute damit um. Den einen Egel, der sich bereits festgebissen hatte, ließ ich einfach hängen, bis er von selbst abfiel. Lecker.
Heute morgen standen wir bereits um Sieben auf und erreichten nach gut zwei Stunden eine kleine Höhle. Wir hatten uns entschieden, keine Tour zu buchen und alles auf eigene Faust zu unternehmen. Zwar lernten wir so nicht die ganzen lustigen Dinge über den Dschungel, aber wir konnten unser eigenes Tempo fahren und mussten uns niemandem anpassen.
Der Eingang der Höhle war eng, und in der Höhle war es noch enger. Wir quetschten uns in die Dunkelheit, krochen an dem Seil entlang, das uns als einzige Orientierung diente, und kamen in einer dunklen Höhle an, in der hunderte Fledermäuse an den Wänden hingen und wild durch die Gegend flatterten. Dann ging meine Taschenlampe kaputt und wir mussten uns mit Danielas Funzel (die immer mal wieder schlapp machte) begnügen. Dort unten war sie mutiger als ich. Ich wollte umdrehen, weil ich keine Lust hatte, in völliger Dunkelheit mit tausend Fledermäusen in einer engen Höhle festzuhängen. Doch Daniela kroch mutig durch den engen Gang unter den Tierchen hindurch und quetschte sich durch eine nur zwanzig Zentimeter hohe Spalte. Gut, dass wir beide so schlank waren!
Einmal rutschte ich auf den glitschigen Steinen aus und schürfte meine Hand auf, aber bald waren wir draußen, kletterten ein paar Steine hoch und fanden uns mitten im Dschungel wieder, wo nirgends ein deutlicher Weg zu sehen war. Nach einigen Minuten fanden wir jedoch einen winzigen, nirgends ausgeschilderten Pfad und konnten so dieses kleine, spannende Abenteuer beenden.
Die wenigen Tiere, die wir sahen, beschränkten sich auf Ameisen, Termiten, zwanzig Zentimeter lange Tausendfüßler, Hunderftuessler die sich zu ner Murmel zusammenrollen koennen, ab und zu einen Leguan oder Gecko, Vögel, Raupen und ganz selten mal Äffchen. Dennoch machte uns das Trekking hier extremen Spaß. Einfach genial.
Und nun hoffen wir, dass wir in diesen „Floating Restaurants“ am Fluss irgendwo was zu essen kriegen. Die meisten haben nämlich geschlossen. Aidilfitri eben.
Trackbacks
Trackback-URL für diesen Eintrag
Keine Trackbacks
Kommentare
Ansicht der Kommentare:
(Linear | Verschachtelt)
Du machst einem ja mit deiner Begeisterung richtig Lust selber mal in dieses Land zu reisen... Ein Kommentar gefällt mir besonders gut in Bezug auf die Blutegel: "Yeah, saug dich voll, du Sau". Hast du den wirklich hängenlassen? Ich hätte diese nervigen kleinen Biestern den Hals umgedreht!
Kommentar schreiben
