Frei wie ein Vogel

 |

skytrek.de

Kalender

« Mai '12
Mo Di Mi Do Fr Sa So
  1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31      

Kategorien

  • XML Korea 2007
  • XML Malaysia 2009
  • XML Spanien 2009
  • XML Tansania 2011
  • XML Vietnam 2010
  • XML Wanderungen 2011
  • XML Wanderungen 2012

Alle Kategorien

Verwaltung des Blogs

Login

Zufallsbild

Einträge in dieser Kategorie

Dienstag, 19. Juni 2007

Frei wie ein Vogel

Geschrieben von Jens in Korea 2007 um 14:09
Grab von General Kim Yu Shin
Heute Morgen lieh ich mir von dem Einäugigen, der mir vorgestern ein Zimmer für 50.000 Won andrehen wollte, ein Mountain Bike. Gerade mal 6 Euro kostete das für den ganzen Tag. Und der wollte nicht mal einen Ausweis da behalten. Genau so wenig die Leute in den Motels. In Europa muss man überall seine Adresse hinterlegen, aber hier... zahlt man einfach und gut ist. Die haben ein Vertrauen in die Leute.

Das Wetter war nicht das beste, aber immerhin regnete es nicht. Und überhaupt wurde dadurch das Fahrrad fahren leichter. Sooo geübt bin ich ja nun nicht mehr, außerdem hatte ich keine Funktionskleidung.

Durchblick

Verkäuferin an Ampelkreuzung - total verhüllt
Mein erster Stop lag gleich in der Nähe. Das Grab von General Kim Yu Shin, der König Munmu damals half, die 3 Königreiche zu "vereinigen" (was also bedeutet, dass er ne Menge Leute abgeschlachtet hat - aber darüber sieht man ja gerne mal hinweg). Hinter dem Grab ging ich in den Wald, fand ein paar süße Wanderwege und wanderte ein bißchen über den Berg. Von oben hätte man an einem anderen Tag einen guten Ausblick gehabt. Aber wenns ums Wandern geht, ist Korea echt ein Traumland. Die Wanderwege sind sehr schön in die Natur integriert und werden niemals zu groß und niemals zu klein. Und man kann dabei viele Eich- und Streifenhörchen beobachten, die Verfolgungsjagden in den Baumwipfeln machen.
Schrein in der Nähe von Kim Yu Shins Grab
Etwas verschüchtert hat mich dabei jedoch, dass viele Frauen, die mir entgegen kamen, einen Mundschutz (zusätzlich zum Hitzeschild) trugen. Bei der Verkäuferin, die den ganzen Tag an der Straßenampel hockt, kann ich das ja noch verstehen, aber hier im Wald...?

Konfuzianer
Als ich wieder unten war, war ich plötzlich irgendwo anders, und wusste nicht wo. Also ging ich wieder rauf, und dann wieder runter, und war wieder irgendwo anders. Das ist der Nachteil an den vielen Wegen. Jedenfalls ging ich einfach noch ein Stück und fand die Gebäude des Schreins, der in der Nähe des Grabes gebaut wurde. Und dort kam mir dann eine Horde Konfuzianer in traditioneller Tracht entgegen. Sehr schön. Je nachdem wie mans sieht. Immerhin ist der Konfuzianismus quasi dafür verantwortlich, dass sich die jungen Leute heutzutage nicht trauen, sich auf der Straße zu küssen ;-).

Tschuldigung, fand ich einfach lustig
Das Radfahren auf der Straße kann man nur als brutal bezeichnen. Man fühlt sich auf diesen 4-spurigen Straßen wie auf einer Autobahn. Ständig rollte Schwerlastverkehr an einem vorbei. Von daher fuhr ich auf den Bürgersteigen, die teilweise auch als Radweg ausgezeichnet waren, obwohl Koreaner nur wandern und nicht radfahren. Das war ähnlich holprig wie ein Bike-Trail im Wald, nur schluckte ich hier weit mehr Abgase. Gesund war dieser Trip wahrscheinlich nicht.

Reis, Reis, Reis, Reis, Reis
Mein Weg führte mich Richtung Süden - Kompass sei Dank, denn die Straßenschilder sind hier nicht sehr aussagekräftig. Manchmal steht zwar der Ort dort, wo man hin will, aber Kilometerangaben sucht man vergeblich. Und so kam es auch, dass ich mich... ein wenig verschätzte. Ich hätte nicht gedacht, dass es so weit ist bis zum Bulguksa-Tempel. Blöd aber auch, dass auf der Karte jeglicher Maßstab fehlte.

Ich und mein Bike - noch nicht erschöpft
Aber was solls. Auf dem Weg sah ich ein paar interessante Örtchen, die ich sonst nicht gesehen hätte. Und viel Schwerlastverkehr. Und viele Reisfelder. Und natürlich noch ein paar Gräber.

Uuuups...!
Auf dem Weg bog ich einmal Richtung Westen ab, einfach mal auf gut Glück. Auf dieser Straße fuhr fast kein Auto, und am hinteren Ende befand sich ein palastartiges Gebäude, das sich als "Unification Hall" herausstellte, die in den Achtzigern von irgendeinem Präsidenten errichtet wurde, um das im 7. Jahrhundert vereinigte Korea zu würdigen.

Tongiljeon Vereinigungshalle
So richtig toll war das leider nicht, und außer mir waren vielleicht noch 3 andere Leute da, genau wie bei den ganzen anderen Sehenswürdigkeiten. Der Mann im Ticketshop schlief sogar und ich musste ihn wecken, damit er meine 30 Cent Eintritt nehmen konnte. Fast jede Sehenswürdigkeit hier kostet Eintritt. Niemals viel, meist zwischen 50 Cent und 3 Euro. Aber es läppert sich natürlich zusammen. An diesem Ort aß ich auch zu Mittag. Das was ich wollte, gab es wohl gerade nicht, also nahm ich was anderes, was auch gut war (so lange ich aufpasse, kein "Naksshi" oder "Ojingo" zu nehmen - also Tintenfisch und Octopus -, kann eigentlich nichts schief gehen). Ich war der einzige Gast. Ich frage mich, ob die Leute da echt den ganzen Tag darauf warten, bis mal jemand zum Essen kommt...

Bulguksa-Tempel
Am Ende, kurz vor Bulguksa, gab es dann noch eine heftige Steigung zu bewältigen. Aber meine Muskeln waren warm, und ein wenig Kraft aus den "guten Zeiten" steckt noch in mir. Das waren sicherlich 20 km bis zum Tempel. Und es sollten nochmal rund 15 km zurück sein. Argh.

Ich und mein Bike - erschöpft
Bulguksa war dann auch ein sehr schöner Tempel, auch wenn ich deshalb vielleicht nicht extra mit dem Fahrrad hätte hinfahren müssen. Ich dachte, es gäbe einen Haufen Dinge zu sehen auf der Fahrt. Ein paar interessante Sachen fand ich ja auch (nicht alle historischen Urpsrungs), und überhaupt fuhr ich ja wegen dem Fahren. Es war geil, mal wieder zu radeln. Auch wenn mir jetzt der Hintern kräftig weh tut.

Bulguksa
Von Bulguksa wollte ich dann eigentlich noch rauf zur Soekguram-Grotte mit einer weltbekannten Budda-Statue. Doch dummerweise fuhr der Shuttlebus nur stündlich, und zwar ab 17:40 Uhr. Es war schon 17 Uhr, und der Bus zurück würde erst um 18:20 fahren. Und eigentlich sollte ich mein Rad bis um 18 Uhr wieder zurück bringen.
Bulguksa
Also wurde aus Soekguram erstmal nichts. Mal sehen, vielleicht nehm ich morgen früh den Bus und fahre nochmal hin.

Als ich zurück in der Stadt war, war ich total fertig. Ich duschte kräftig, wusch meine Kleidung und ging dann wieder essen.
Dieses Mal gabs Kimchi-pok-kkum-pap, im Prinzip Kimchi-Reis. War lecker, aber viel zu viel.

Bulguksa - Wolken verhüllen den heiligen Berg
Jetzt muss ich mal sehen, ob das mit dem Tempel morgen klappt. Wenn ja, gibts den nächsten Eintrag erst am Donnerstag.

P.S. Der Titelspruch für den heutigen Eintrag stand übrigens auf meinem Rad ;-).
Kommentare (4)
< Im Herzen von Silla | Sunmudo >

Trackbacks
Trackback-URL für diesen Eintrag

Keine Trackbacks

Kommentare
Ansicht der Kommentare: (Linear | Verschachtelt)

Hi Jens

Ich errinere mich da an ein linkes Knie (oder war es das rechte ;-)), welches bei dir nie so recht wollte.
Ich hoffe du bekommst jetzt keine Nach-wewechen vom vielen Radfahren.

Gruss,
Oli
#1 Svoob am 20.06.2007 08:21 (Antwort)
Hi Jens,

ich sehe viele Änlichkeiten zu den Chinesen... die haben zwar diese ulkigen Hitzeschilder nie getragen (liegt vielleicht auch daran, dass ich im tiefsten Winter in China war) aber die chinesen liefen damals auch mit Mundschutz rum (wie Michael Jackson) manche hatten sogar Werbung drauf... "Coca Cola" "LG"...;oP schon lustig...ich dachte eigentlich das es was mit der Kälte zu tun hat... aber da Sie in Korea auch im Sommer damit rumlaufen muss es wohl doch einen anderen Grund geben...

Kompliment für deinen Titelspruch, hättest du nicht besser auswählen können...Ich kann mir so richtig vorstellen wie der Jens auf seinem Fahrrad hockt und während dem Fahren der frische südkoreanische Wind seine Haare zerzaust...;oP

lieben gruss
Cri
#2 Cri am 20.06.2007 11:39 (Antwort)
Die Hitzeschilder tragen die auch, wenn die Sonne nicht scheint und sogar, wenn es regnet.

Und was den "frischen südkoreanischen Wind" angeht... immerhin manchmal. Meist warens warme Autoabgase ;-)

Bye,
Jens
#2.1 Jens am 21.06.2007 07:48 (Antwort)
Hallo Jensi Man !!

Also, jetzt muss ich dir doch endlich mal schreiben.
Echt genial wie du deine Berichte hier gestaltest. Ich glaube wir wissen nachher mehr über Koreo als manch anderer der schon einmal dort war.

Also das BIld mit der Toilette fand ich bis jetzt das Genialste.
Ich möchte mir nur nicht vorstellen, wie das dort abgeht.
Zumindest weiß ich jetzt, warum die linke Hand zu geben dort eine Beleidung ist.

Aber auch das Autobild am Abgrund ist genial. Müsste es so sein, hätte derjenige das sicherlich nicht so gut hinbekommen.

Jens, ich wünsch dir noch viel Spass und ich bitte
weiterhin um so tolle Berichte von Dir !!

Pass auf Dich auf, bis dann !!

Gruß, Jochen
#3 Jochen am 20.06.2007 11:44 (Antwort)

Kommentar schreiben

Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

 
 
 
Powered by Serendipity | Template by Perun